Freitag, den 01.11.2024

Die heutige Nacht war deutlich besser als die Erste. Ich wache erholt auf und genieße ein leckeres Frühstück. Meine kleine Hundefreundin sitzt wieder an meiner Seite und bettelt. Nach dem Frühstück diktiere ich das Tagebuch und speichere meine Bilder auf der Festplatte. Zum Bearbeiten habe ich keine Zeit und Lust, aber was ich sehe, ist nett.

Gegen 10:00 Uhr mache ich mich auf den Weg zu den Uffizien. Wieder beginnt die Suche nach der Tickettauschstelle. Ich umrunde das Gebäude einmal und finde dann endlich den Laden. Die Schlange vor dem Einlass ist unendlich lang. Ich versuche das System zu erkennen. Und tatsächlich gibt es verschiedene Einlass-Schlangen. Meine Einlasszeit ist noch nicht aufgerufen. So laufe ich noch einmal los, um eventuell das Ticket für den Palazzo Vecchio schon jetzt zu tauschen. Doch auch hier finde ich auf die Schnelle die Tauschstation nicht. Also zurück zu den Uffizien und ab in die Warteschlange für den 11:00 Uhr Einlass. Im abgetrennten Bereichen warten die Menschen auf Einlass. Tatsächlich setzt sich um Punkt 11:00 Uhr die Schlange in Bewegung und wir kommen zur Einlasskontrolle. Taschen, Menschen und Rucksäcke werden gescannt. Der Museumsrundgang beginnt im zweiten Obergeschoss, dort sind vor allem die Deckenmalereien für mich der Hingucker. Unglaubliche Menschenmassen drängen sich durch die langen Flure. In den Sälen sind wieder überwiegend Altarbilder sowie Malereien mit biblischen Motiven ausgestellt. An vielen Stellen gehe ich ohne großes Interesse vorbei. Nur wenn bekannte Malern wie Albrecht Dürer, Rembrandt oder Rubens zu sehen sind, verweile ich einen Moment. Was für mich wunderschön ist, ist die Aussicht aus einem der Fenster auf den Arno und die Ponte Vecchio. Auf der Dachterrasse sitze ich einen Moment im Sonnenschein und genieße einen, wenn auch sehr überteuerten, Cappuccino.

Im 1. Stock sind dann zum Teil auch modernere Maler ausgestellt, allerdings läuft mir nun die Zeit davon. Ich habe für 13:45 Uhr mein Ticket für den Palazzo Vecchio. Und ich muss es ja vorher noch tauschen. So breche ich nach 2 1/2 Stunden mein Besuch in den Uffzien ab.

Den Ticketschalter für mein Ticket für den Palazzo Vecchio finde ich dann tatsächlich im Palast. Wieder habe ich ein Ticket, um den Turm zu besteigen. Will ich das? Na mal schauen. Zunächst muss ich etwa 100 Treppen hinauf auf das Dach des Hauptgebäudes. Von dort führen nun 233 Stufen den Turm hinauf. Ich genieße zunächst die Aussicht vom Dach und nachdem sich mein Puls beruhigt hat, wage ich tatsächlich den weiteren Aufstieg. Natürlich ist von hier oben der Blick spektakulär, aber leider darf man nicht direkt an die Mauer treten. Für Fotos muss man mit weit ausgestreckten Armen über den Kopf blind abdrücken. Wie schade!

Wieder im Museum angekommen, will ich gerne mit der 2. Etage starten, doch dies ist leider nicht möglich. Ich muss zunächst ganz nach unten, um dann auf der anderen Seite wieder nach oben zu steigen. Was für ein Irrsinn!

Unten angekommen, mache ich erstmal ein kurzes Break und besorge mir etwas zu trinken. Nun bin ich gerüstet für den Saal der 500: ein wirklich grandioser Raum mit wunderschönen Wandmalereien. Wieder beeindrucken mich vor allem die wunderschön gestalteten Decken. Die anderen Räume finde ich nicht so spannend. Es ist auch zum Teil nur wenig zu sehen. Interessant finde ich noch den Kartenraum, wo verschiedene alte Landkarten zu finden sind. Auf einer entdecke ich Lübeck und den Ostseeraum. Nach gut einer Stunde habe ich für heute genug Kultur getankt. Ich besuche noch einmal das nette Café von gestern und esse ein Croissant. Dazu einen Cappuccino, jetzt bin ich gestärkt für die Piazza Michelangelo. Ich wandere zum Busbahnhof und habe Glück, die Linie 12 startet in 10 Minuten. Im Bus ergattere ich einen Sitzplatz, was sich als großer Vorteil erweist, denn der Bus macht eine halbe Weltreise und ist mehr als eine Stunde unterwegs. Dazu kommt noch Stau, so dass ich erst nach Sonnenuntergang auf der Piazza eintreffe. Im Bus unterhalte ich mich sehr nett mit einer Dame und ihrem Sohn aus Israel, die derzeit einen Urlaub in Europa machen. Natürlich ist auch der Krieg und die Angst der Menschen das Thema . Für mich ist das Gespräch auf Englisch gar nicht so einfach.

Auf der Piazza ist es unglaublich voll. Vor allem junge Leute genießen die Stimmung und den Sonnenuntergang mit Blick auf Florenz und den Arno. Auch ich bin von dieser einmaligen Atmosphäre total geflasht. So gut es geht mache ich Bilder auch ohne Stativ und lasse die Atmosphäre auf mich wirken. Nach etwa einer Stunde mache ich mich zu Fuß auf die zweieinhalb Kilometer Rückweg. Noch einmal esse ich lecker Spaghetti Carbonara in dem Restaurant, wo ich schon am ersten Abend war. Gegen 20:15 Uhr bin ich wieder in meiner Unterkunft und habe heute sage und schreibe 12,5 Kilometer in meinen Beinen. Ich falle nur noch tot aufs Bett, von wo aus ich mit Toddy telefoniere. Eine Viertelstunde schaffe ich es noch zu lesen, dann fallen mir die Augen zu.

In den Uffizien

Palazzo Vecchio

Blick von der Piazzale Michelangleo

Letzter Tag Florenz

Basilica di Santa Maria Novella

Basilica di Santa Croce

Stadteindrücke