27.1.2025 / Jökulsarlon – Fjallsarlon

Nach einem kurzen Frühstück brechen wir bereits um 08:00 Uhr auf und fahren zur Jökulsarlon Gletscherlagune. Die Temperaturen sind in der klaren Nacht deutlich gesunken. Heute Morgen werden -5°C gemessen. Mit Windchill sollen es sogar -8°C. Diesmal fahren wir gleich zur Diamond Beach auf der Ostseite des Gletscherausflusses, wo wir die Eisdiamanten im aufgehenden Sonnenlicht fotografieren wollen. Peter hat uns allen eine deutliche Sicherheitseinweisung gegeben, denn die Wellen sind heimtückisch. Eine gewisse Zeit herrscht friedliche Gleichtönigkeit im Wellenbild, doch plötzlich kommen zwei-drei Wellen komisch zusammen und laufen dann deutlich höher auf. Weglaufen mit Stativ und herumliegenden Eisbrocken im Weg kann da durchaus schief gehen. Also besser gut einpacken und die Wellen aushalten können. Peter hat richtige Anglerhosen mit, ich ziehe meine wasserdichte Regenhose und Gummiüberzieherstiefel an. Zur Sicherheit klebe ich die Hosenbeine noch mit Klebeband ab. So bin ich prima geschützt, was auch wichtig ist, denn ich habe nur ein Paar Schuhe mit. Nasse Füße wären der Worstcase. Andere haben wasserdichte Schuhe und besondere Hosenbein, die dichthalten sollen. So ausstaffiert wagen wir uns alle zu den im Wasser liegenden Eisblöcken. Am Horizont zeigt sich die orange Morgenfarbe und bildet einen tollen Motivhintergrund. Wir sind so in unserem fotografischen Flow, dass die Zeit nur so verfliegt. Die Füße bleiben bei allen trocken und uns gelingen wunderschöne Langzeitbelichtungen der Eisblöcke. Außerdem macht es einen Heidenspaß die anderen Besucher des Strandes zu beobachten, die oft nicht mit den besonders hohen Wellen rechnen. Viele werden nass, unterschätzen die Höhe der Wellen und sind auf ihren Eisblöcken, die nun überspült werden, gefangen. 

Nach dem frühen Fotoshooting am Strand wärmen wir uns so gegen 11:30 Uhr im Café an der Lagune wieder auf. Danach verbleiben wir noch eine kurze Zeit an der Lagune, wo die Eisblöcke im See im Sonnenlicht erstrahlen.

Wir fahren weiter zum Restaurant am Fjallsarlon. Hier machen wir unsere Mittagspause (ich bestelle eine leckere Tomatensuppe)  und anschließend fahren weiter zu einem abgelegenen Parkplatz an der Westseite einer kleinen Gletscherlagune. Die Schotterstraße ist in sehr schlechtem Zustand. Leider ist die Lagune  nicht - wie sonst – mit Eisblöcken gefüllt. Es gibt nur einige wenige Eisformationen, die im gefrorenen See festgehalten werden. Trotzdem haben wir bei dem klaren Himmel eine spektakuläre Aussicht auf den Gletscher. Und wir haben dieses Gebiet ganz für uns alleine. Wir üben uns in Panoramafotografie (von Hand) und Peter lässt die Drohne fliegen. 

Am späten Nachmittag fahren wir zurück ins Hotel. Die Aussicht für Polarlicht ist heute bescheiden, da sich eine Wolkendecke aus Südosten auf die Küste schiebt. Nach dem Abendessen beginnt es sogar zu schneien. Wir haben Zeit, erste Bilder zu bearbeiten und heute Nacht schlafe ich auch deutlich besser, denn Polarlicht ist nicht zu erwarten.

28.1.2025 / Ice Cave – Jökulsarlon – Polarlicht Nacht

Nach einer langen, schneereichen Nacht ist die Landschaft in weiß getaucht. Es sind ca. 15 cm Neuschnee gefallen. Heute steht der Besuch der Eishöhle auf dem Programm. Auch diesmal versuchen wir eine Zeit zu finden, um zwischen den Standardtouren eine möglichst ruhige Zeit in der Höhle verbringen zu können. Deshalb beginnen wir die Tour um 10:45 Uhr.

Vorher gehen wir noch zum gelben Haus. Die sondere Lichtstimmung lässt das Haus, das in direkter Nachbarschaft zum Hotel liegt, besonders erstrahlen. Grauer Schneehimmel mit ersten Anzeichen von Morgenröte hinter dem leuchtend gelben Haus, einfach schön.

Auch zum Anbieter der Eishöhlentour können wir zu Fuß gehen. Ab dort fahren wir mit dem Super Jeep ca. 30 min. über eine Offroad-Piste bis zu dem Parkplatz in der Nähe der Gletscherzunge. In diesem Jahr haben die Guides eine Höhle am Rande des Bergmassivs gefunden, die mehrere Tunnelkanäle aufweist. Vom Parkplatz erreichen wir die Höhle zu Fuß in 5 Minuten.  Aber wir brauchen alle unsere Spikes unter den Füßen, der Untergrund ist sehr vereist und rutschig. Zu Beginn der Tour sind noch viele Besucher in der Höhle, aber unsere Geduld zahlt sich aus und mit zunehmender Zeit sind wir fast alleine in der Höhle und können unsere Aufnahmen machen. Peter, dir gilt ein herzliches Dankeschön für diese perfekte Planung. Noch dazu steht unser Guide uns in seiner gelben Jacke als Modell zur Verfügung. Aber auch Andere posen in der Höhle, so zum Beispiel eine junge Frau in einem langen weißen Kleid, die bestimmt mächtig gefroren hat. Was tun die Menschen nicht alles für das Foto in dieser faszinierenden blauen Umgebung, um es dann auf Instagramm und Co zu stellen?

Ich bin froh und stolz, dass ich meine Angst vor der Höhle überwinden konnte. So ganz wohl ist mir anfangs nicht und der Zugang zur ersten Halle ist nur sehr gebückt zu erreichen. Der Fotorucksack bleibt immer wieder hängen und in dem Teil ist es sehr dunkel und entsprechend unheimlich. In der Höhle hat mich das Licht, das durch die Eisstrukturen in die Höhle kommt, aber derart fasziniert, dass ich keine Zeit mehr für Angst habe. Zu groß ist der Wunsch, dieses besondere Licht und diese Atmosphäre im Foto einzufangen.

Gegen 14:00 Uhr kehren wir zum Auto zurück und fahren wieder zu unserer Unterkunft. Nach einer kurzen Pause fahren wir nochmals zur Diamond Beach, wo wir einen Sonnenuntergang mit wunderschönen Himmelsfarben erleben.