Mittwoch, 24. 07.2019 Trakai

Es ist immer wieder erstaunlich, wie lange es morgens auf den Campingplätzen leise bleibt. Ich höre zwar schon einige Zeit den Verkehr rauschen, aber am Platz ist es leise. Wir stehen gegen 8 Uhr auf (7 Uhr nach deutscher Zeit, was ich für Urlaub ja echt früh finde). Die Duschen sind zwar im Container, aber super sauber. Das Wasser ist heiß und ich habe alles für mich alleine. Wir können draußen frühstücken und lassen uns heute Morgen viel Zeit.

Nach Trakai sind es nur 90 Kilometer, da ist man nicht zu lange unterwegs. Immer wieder staunen wir über die „Autobahnen“. Die Strecke von Kaunas nach Vilnius hat zwar eine Autobahn, wie wir sie kennen, aber an der Autobahn gibt es Abzweigungen zu einzelnen Gehöften. Oder auch Bushaltestellen sind entlang der Autobahn gelegen. Wir staunen immer wieder. Die anderen Autobahnen, die wir gefahren sind, waren nach unseren Verhältnissen höchstens Landstraßen, manchmal Bundesstraßen. Aber auch hier an dieser Hauptstrecke des Landes sieht man direkt neben der Autobahn Störche auf den Feldern nach Futter

suchen. Wie schön.

Wir kommen schon um 13 Uhr in Trakai an und finden einen wunderschönen Campingplatz vor. Eine eigene Badestelle am See mit Blick auf die Burg Trakai lädt zum Schwimmen ein. Das erste Mal auf dieser Reise habe ich richtig Lust auf Baden. Der See ist ganz sauber und klar und so genieße ich mein Bad. Dann trinken wir in Ruhe Kaffee und laden die Räder ab.

Die 5 Kilometer nach Trakai sind mit dem „neuen“ Rad kein Problem. Die alte Wasserburg Trakai ist wirklich sehenswert. Eine tolle Lage auf einer Insel, die heute über einen Holzsteg zu erreichen ist. Die Burg ist komplett saniert und zeigt interessante Ausstellungen vom Leben von vor 500 Jahren. Wir schlendern fast zwei Stunden durch die alten Mauer, klettern in den alten Bergfried und die Festungsanlage und fühlen uns um Jahrhunderte zurückversetzt.

Zum Abschluss des Tages lassen wir uns noch für 30 Minuten über den See schippern und erleben noch einmal ganz andere Ansichten auf die Burganlage. Wir kommen mit einem jungen Italiener ins Gespräch, der auf einer Europareise ist. Wir klönen über seine Reiseroute und wie man so eine Reise bezahlt. Das finden wir ganz raus, aber er schreibt einen Blog und macht viel Couchsurfen. Vielleicht kommt man dann ganz günstig durch die Welt.

Wir radeln nach diesem spannenden Ausflug ins Mittelalter zurück zu unserem Womo. Ich kümmere mich jetzt um meinen Blog und muss zwei Tage nacharbeiten. Dazu die Bilder sichten. Toddy kocht derweil und hält mir so den Rücken frei. Der Blog und das Tagebuch kosten mich an manchen Tagen bestimmt zwei

Stunden Zeit. Aber es macht mir auch viel Freude, meine Gedanken vom Tag noch mal Revue passieren zu lassen und alles aufzuschreiben. Wenn du Freude beim Lesen hast, schreib mir doch mal eine E-Mail.